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Im Herbst 1971 beschlossen Pier Hänni, Polo Hofer, Carlo Lischetti und Margrit Probst für die Berner Stadtratswahlen vom 12. Dezember mit einer eigenen Liste unter dem eigentümlichen Namen “Härdlütli” zu kandidieren. Pier Hänni: “Für das Wahlplakat splitternackt zu posieren war unsere Idee; davon erhofften wir uns eine gewisse Bekanntheit. Wichtig für unseren Erfolg war jedoch, dass erstmals auch die Berner Frauen stimm- und auch wahlberechtigt waren. Als wir die privat finanzierten 30’000 Wahlzettel in den Strassen Berns an Wählerinnen und Wähler verteilten, kam es vereinzelt zu turbulenten Szenen. Eine aufgrund der Nacktheit empörte Dame verpasste Polo Hofer auf dem Bärenplatz unvermittelt eine saftige Ohrfeige. Doch mehrheitlich fielen die Reaktionen positiv aus.” (Aus Bern 68: “Ein Quantensprung im Bewusstsein”; aufgezeichnet von Markus Hofer im hier + jetzt Verlag, Baden 2008.
Als das “Härdwybli” Margrit Probst tatsächlich genügend Stimmen erhielt und in den Stadtrat einzog, war die Sensation perfekt. Das Engagement der Härdlütli im Berner Stadtrat war, obwohl es an kreativen Ideen nicht mangelte, von vergleichsweise kurzer Dauer. Margrit Probst trat bereits ein Jahr nach ihrer spektakulären Wahl zurück und übergab den Sitz an Carlo Lischetti. Dieser hinterliess einen längerfristigen Eindruck im Rathaus und gab das Mandat schliesslich an Pier Hänni weiter.
Die Forderungen der Härdlütli für einen artgerechteren Bärengraben, die Offenlegung des Stadtbachs und die Legalisierung der Strassenmusik sind inzwischen erfüllt. Das Postulat für die Bereitstellung günstiger Wohn- und Freizeiträume in der Altstadt sowie die Errichtung einer zusammenhängenden Fussgängerzone wurde jedoch (noch) nicht realisiert.
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